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KUNST ABC – Kunst neu denken nach 1967

Wolfgang Becker

 

106 Seiten 22 x 14 cm  |  Wienand Verlag April 2021   €20.00

 

Dieses Buch vereint 61 bebilderten Artikel von A bis Z – von „Abstrakter Expressionismus“ bis zu „Zimmerschmuck“ und „Zufall“. – ein kleines Wörterbuch zur Kunst des 20. Jahrhunderts. Es waren ursprünglich 173 Artikel, die der Autor von 1973 -1977 jeden Samstag in der Aachener Volkszeitung veröffentlicht hat. Er hatte 1970 die Neue Galerie-Sammlung Ludwig in Aachen eröffnet und war mit dem Kulturredakteur der Zeitung Wolfgang Richter der Meinung, dass den Lesern die nötigen Kenntnisse über moderne Kunst fehlten, die nötig sind, um den Aufbruch der Künste nach 1968 zu verstehen. 

 

Die Notwendigkeit besteht weiterhin. So ist dieses Buch das Dokument eines historischen Abenteuers und ein Nachschlagewerk zur modernen Kunst zugleich. Der Leser wird über Stichworte wie „Pop New York“ und „Cobra“ weniger staunen als über „do it yourself“ und „Zufall“, und wird sich wundern, 3 Artikel über „Malen“ und „Sigmund Freud“ zu finden. Das Buch soll zeigen: der Horizont der Kunst ist seit 1968 weit geöffnet.

 

 

 

Die FREUNDE DES LUDWIG FORUMS und der Vorstand der LUDWIG STIFTUNG haben sich gern auf das Projekt dieses Buches eingelassen, weil viele sich an Wolfgang Becker erinnern: seine begeisterten Apologien der zeitgenössischen Kunst in der Neuen Galerie und im Ludwig Forum, seine Führungen, seine Gruppenreisen zu spektakulären Ausstellungen in Deutschland, Frankreich, Italien, USA – und diese 173 Artikel in der Aachener Volkszeitung. Er personifiziert eine Epoche, in der Aachen ein Hotspot der modernen Kunst war. Sie begann in den sechziger Jahren mit dem Festival der Neuen Kunst im Audimax der RWTH, bei dem Joseph Beuys am 20. Juli 1964 eine blutige Nase davontrug. Die Galerie Aachen und der Kunstverein Gegenverkehr führten die Auseinandersetzungen um die zeitgenössische Kunst in die Öffentlichkeit. Der Vorsitzende des Vereins des Suermondt-Museums Peter Ludwig und seine Frau Irene signalisierten 1968 mit der Ausstellung „Zeitbild – Provokation – Kunst“ den Aufbruch des Museums in die Moderne.

 

1970 folgte die Stadt Aachen ihrer Anregung und eröffnete mit Wolfgang Becker die Neue Galerie – Sammlung Ludwig im Alten Kurhaus. Er schuf darin ein Mekka der modernen Kunst, einen Ort der Polemik und Herausforderung. Und als ihm ein kräftiger Wind der Konservativen entgegen blies, traten ihm Professoren der RWTH zur Seite. Sie gründeten am 9. Februar 1971 den Verein der Freunde der Neuen Galerie mit der Aufgabe, das neue Institut zu fördern, über die Erscheinungen der zeitgenössischen Kunst zu informieren und den Zugang zu ihr zu erschließen. Sie schützten den Leiter des Hauses gegen Anfeindungen, unterstützten seine Forderungen, erwarben Werke aus seinen Ausstellungen für ihre eigenen Sammlungen.

 

Am 27. Juni 1991 zog Wolfgang Becker mit der Neuen Galerie in die Schirmfabrik Brauer von 1928, nun umgebaut nach dem Entwurf des Architekten Fritz Eller. Das LUDWIG FORUM FÜR INTERNATIONALE KUNST, unterstützt von der Irene und Peter Ludwig Stiftung, setzt dort seine Arbeit fort. Die FREUNDE DES LUDWIG FORUMS bereiteten sich darauf vor, ein sehr viel größeres Institut mit einem breiten Aktionsfeld zu begleiten. Neben Vorträgen, Führungen, Künstlergesprächen, Atelierbesuchen, Kunst- und Architekturreisen waren die Verleihungen des KUNSTPREISES AACHEN besondere Ereignisse. 

 

Seit 1980 wurde er festlich alle zwei Jahre an Künstler von internationalem Ruf vergeben – von Luciano Fabro bis zu Walid Raad. Das KUNST ABC Wolfgang Beckers erscheint zum 50-jährigen Jubiläum des VEREINS DER FREUNDE; und alle, die seine Arbeit verfolgt haben, freuen sich darüber. Jüngere blicken neidvoll zurück auf eine bewegte Epoche der Kunst- und Geistesgeschichte. Wir sind glücklich, Wolfgang Becker hier noch einmal danken zu können. Und wir danken der Ludwig Stiftung und den zahlreichen, großzügigen Spenderinnen und Spendern unter den Freunden, die in den Zeiten der Krise dieses Projekt möglich gemacht haben.