Dan Perjovschi

DAN PERJOVSCHI

Führung durch die Ausstellung im Ludwig Forum Aachen

Die Ausstellung Drawing the World im Ludwig Forum Aachen zeigt repräsentativ seine nunmehr 35 Jahre währende Schaffenszeit. Darunter seltene, sehr frühe Arbeiten, wie Urzeala von 1986/1988 sowie kleine Fotosequenzen seiner performativen Aktionen in Oradea, wo er zwischen 1985 und 1990 lebte.

Weiterhin zeigt die Ausstellung Ausgaben der Wochenzeitung Revista 22 mit Perjovschis tagesaktuellen Zeichnungen aus dem Zentrum für Künstlerpublikationen im Weserburg Museum sowie die Schlüsselwerke, Antropothek (1992), Chalk Reality (2010-2011) und die neueste Serie zur Corona-Pandemie Virus Diary (2020). Das Highlight der Ausstellung ist eine neue Wandarbeit sein, die der Künstler im März vor Ort ausgeführt hat.

 

Für die Mitglieder der Freunde des Ludwig Forums Aachen werden Ausstellungsführungen organisiert.

Leihgabe einer Freundin des Ludwig Forums

50 JAHRE NEUE GALERIE UND LUDWIG FORUM
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50 jahre Neue Galerie und Ludwig Forum

Das Jubiläumsprojekt Kunst ABC ist erschienen!

Wolfgang Becker

Kunst ABC – Kunst neu denken nach 1968

106 Seiten 22 x 14 cm 

Wienand Verlag April 2021   €25.00

 

Dieses Buch vereint 61 bebilderten Artikel von A bis Z – von Abstrakter Expressionismus bis zu Zimmerschmuck und Zufall – ein kleines Wörterbuch zur Kunst des 20. Jahrhunderts. Es waren ursprünglich 173 Artikel, die der Autor von 1973 -1977 jeden Samstag in der Aachener Volkszeitung veröffentlicht hat. Er hatte 1970 die Neue Galerie-Sammlung Ludwig in Aachen eröffnet und war mit dem Kulturredakteur der Zeitung Wolfgang Richter der Meinung, dass den Lesern die nötigen Kenntnisse über moderne Kunst fehlten, die nötig sind, um den Aufbruch der Künste nach 1968 zu verstehen. 

 

Die Notwendigkeit besteht weiterhin. So ist dieses Buch das Dokument eines historischen Abenteuers und ein Nachschlagewerk zur modernen Kunst zugleich. Der Leser wird über Stichworte wie Pop New York und Cobra weniger staunen als über do it yourself und  Zufall, und wird sich wundern, 3 Artikel über Malen und Sigmund Freud zu finden. Das Buch soll zeigen: der Horizont der Kunst ist seit 1968 weit geöffnet.

 

Nachdem die Stadt Aachen auf Initiative von Peter und Irene Ludwig 1970 die Neue Galerie gegründet hat und 1971 der Verein der FREUNDE entstand, war auch die Aachener Volkszeitung mit ihrem Kulturredakteur Wolfgang Richter bereit etwas zu tun: „Es war nötig, das Aachener Publikum mit der Kunst der Moderne bekannt zu machen“ (Zitat). 

 

In vier Jahren publizierte die Zeitung jede Woche einen Artikel des Leiters der Neuen Galerie Wolfgang Becker mit der Abbildung eines Kunstwerks – 173 Texte. Prof. Becker hat einige von ihnen 2019-20, nachdem die Sammlung wieder aufgetaucht war, auf Facebook, in WordPress und Linkedin veröffentlicht. Er freut uns, mit diesem ungewöhnlichen, einmaligen Beitrag zur Museumspädagogik der siebziger Jahre jetzt, 50 Jahre später, diese kleine Festschrift herauszugeben.

 

Der Wienand Verlag in Köln, mit dem das Ludwig Forum häufig zusammengearbeitet hat, nahm die Anregung gern auf und hat ein Angebot gemacht, das Buch in sein Verlagsprogramm aufzunehmen. Die Ludwig Stiftung hat sich mit 6.250,00 € zur Hälfte an den veranschlagten Kosten beteiligt. Der Verein der Freunde des Ludwig Forums konnte hiermit die Publikation als Herausgeber in Auftrag geben. 

 

2020, zum 50-jährigen Jubiläum der Neuen Galerie und des Ludwig Forums sowie zum 50-jährigen Jubiläum der Freunde des Ludwig Forums 2021 erscheint nun das Buch Kunst ABC. Die finanzielle Situation des Vereins ließ zur Zeit keine Ausgaben für Projekte dieser Größenordnung zu, und dennoch hat dieses kunstwissenschaftliche Vorhaben gerade jetzt eine besondere Bedeutung und wir freuen uns sehr über die rege Unterstützung der Freunde, die dieses Projekt möglich gemacht haben.

Gemeinsam da durch!
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Gemeinsam da durch

Vereinsunterstützung in der Krise durch die Sparkasse

Die Sparkasse Aachen unterstützte unseren Verein im Jahre 2020 mit einer Spende von 2500 €. Diese Spende erfolgte im Zuge der Vereinsförderung der Sparkasse, die im Corona Jahr unter dem Motto „gemeinsam da durch“ stand.


Damit leistet die Sparkasse Aachen einen wichtigen und großen Beitrag zur Fortführung unserer Vereinsaktivitäten in diesem schwierigen Jahr. Für diese Unterstützung sei der Sparkasse Aachen herzlich gedankt.

Frischer Start in 2021
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Frischer Start in 2021

Brief an die Freunde zum Neujahr 2021

Liebe Freunde und Freundinnen des Ludwig Forums,

 

in dem turbulenten und bewegenden Jahr 2020 haben wir coronabedingt zahlreiche Einschränkungen in Kauf nehmen müssen. Die zweite Welle der Pandemie hat die Durchführung unserer Mitgliederversammlung, die ursprünglich Anfang Dezember geplant war, unmöglich gemacht. Aufgrund der steigenden Fallzahlen und der Empfehlung des Gesundheitsministeriums größere Versammlungen nicht abzuhalten, haben wir uns entschlossen, die anstehende Mitgliederversammlung als Präsenzveranstaltung im Interesse unserer aller Gesundheit im Jahr 2021 nachzuholen.

 

Nach den neuen Regelungen, die der Gesetzgeber zur Abmilderung der Corona- Pandemie erlassen hat, ist es Vereinen nunmehr möglich, Beschlussfassungen, die der persönlichen Abstimmung in der Mitgliederversammlung vorbehalten sind, im Umlaufverfahren durchzuführen. Dies ist auch dann möglich, wenn das in der Vereinsatzung so nicht vorgesehen ist.

 

Mit diesem Schreiben erhalten Sie die sonst in der Mitgliederversammlung vorgetragene Berichterstattung der Kassenprüfer. Am 09.12.2020 haben die Kassenprüferinnen Monika Malmendier und Doris Virnich im Ludwig Forum die Rechnungsprüfung für das abgelaufene Jahr 2019 durchgeführt. Anwesend waren auch Marlies Niermann (Vereinsbuchhaltung und Mitgliederverwaltung) und Sylvia Stille (Steuerberatung, Kanzlei Dr. Neumann, Schmeer und Partner). Den Prüfern danken wir für ihre verantwortungsvolle Arbeit. Die erforderlichen Informationen wurden durch den Vorstand erteilt.

 

Die Finanzlage war 2019 trotz Corona einigermaßen stabil. Für den Verlust durch die ausgefallenen Kunstreisen, die zum regelmäßigen finanziellen Gewinn jedes Jahr beigetragen haben, ist die Sparkasse Aachen dankenswerterweise eingesprungen. Eine großzügige Spende der Sparkasse im Rahmen der Förderrichtlinie „Gemeinsam dadurch“ in Höhe von 2.500,00 € wird vor allem für das Forschungsprojekt „Plattform Aachen“ verwendet.

 

Ein großer Erfolg war die Spendenaktion im Zusammenhang mit der Herausgabe der Publikation von Prof. Wolfgang Becker mit dem Titel „Kunst ABC“, die als Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum der LUFO-Freunde im Kunstverlag Wienand Anfang dieses Jahres verlegt wird. Einen Druckkostenzuschuß leistet zu 50 % die Ludwig Stiftung. Ihr und den Sponsoren aus dem Kreis der Vereins- und Künstlerfreunde, die sich finanziell an den Druck- und Bildverwendungskosten finanziell beteiligen, gebührt ein herzlicher Dank für ihre Großzügigkeit.

Zum Dialog mit dem Thema Kunst und Kultur in Aachen mit den OB-Kandidaten*innen anlässlich der Kommunalwahl 2020 haben wir am 31. August ins Hörsaalzentrum C.A.R.L. der RWTH eingeladen. Als Moderatoren konnten wir Dr. Brigitte Franzen und Prof. Dr. Alexander Markschies gewinnen. Wir danken ihnen für die Moderation und dem Rektor der RWTH Prof. Dr. Ulrich Rüdiger für die Bereitstellung des Hörsaals.

 

Am 17. September lud unsere kommissarische LUFO-Direktorin Myriam Kroll zu einem gemeinsamen Rundgang durch die Ausstellung „Blumensprengung“, einer Sonderschau zum 50-jährigen Bestehen des Ludwig Forums. Aufgrund der Coronaschutzverordnungen durften nur zehn Personen teilnehmen. Wir danken Myriam Kroll für ihre Einladung.

 

Die Talkrunde mit Dr. Brigitte Franzen, Janneke de Vries und Susanne Titz zum Thema „Wer lenkt die Museen? Frauen in Führungspositionen von Museen, Stiftungen und in der Politik“, moderierte am 3. September Leonie Pfennig, Redakteurin des Monopol- Magazins. Der Veranstaltung folgte eine lebhafte Diskussion.

Das Gespräch, das am 10. September Dr. Annette Lagler mit der renommierten Kölner Künstlerin Heike Weber geführt hat, die durch ihre faszinierenden großflächigen Raumzeichnungen weltweit bekannt ist, hat viele Besucher ins Ludwig Forum gelockt.

Und am 7. Oktober, kurz vor dem Lockdown, besuchten wir das Atelier des Künstlers Oliver Czarnetta. Seine facettenreiche Serie von Köpfen (Skulpturen aus Harz), deren Faszination vor allem in ihrer Transparenz liegt, hat uns beeindruckt. Brigitte Laws danken wir für die Organisation des Atelierbesuchs.

Die neue Webseite befindet sich in Bearbeitung. Prof. Dr. Michael Müller-Vorbrüggen und Marlies Hentrup-Fuhrmann haben wichtige Informationen und Daten zusammengetragen. Sie haben sich bereit erklärt, die Webseite zu betreuen und auf dem neuesten Stand zu halten. Dafür sind wir sehr dankbar.

Dass sich die Kunstreisen bei den LUFO Freunden nach wie vor enormer Beliebtheit erfreuen, beweisen die zahlreichen lobenden Mails. Sie machen auch deutlich, wie sehr die gemeinsamen Kunsttouren vermisst werden. Wir hoffen, dass die für 2020 geplanten Exkursionen nach Schottland (Glasgow, Dundee, Edinburgh), Wolfsburg/Berlin, Paris (Christo) und der obligatorische Besuch der Ruhrtriennale in diesem, spätestens im nächsten Jahr nachgeholt werden können.

 

Die vor mehr als vier Jahren initiierte Ausstellung von unserem Kunstpreisträger Walid Raad unter dem Titel „Walid Raad. I long to meet the masses once again“ in der Kunst- Station Sankt Peter in Köln fällt nun in die Zeit der zweiten Corona-Welle.

 

Wir freuen uns, dass sie trotz der widrigen Umstände installiert werden konnte und zu den Öffnungszeiten der Kunst-Station (Mi-So 12-18 Uhr) zu sehen ist. Aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus konnte die Ausstellung nicht mit einer feierlichen Eröffnung begonnen werden. Bei dem Vortrag von Johan Holten, Direktor der Kunsthalle Mannheim und Laudator unserer Kunstpreisverleihung, konnte man am 4. Dezember per Zoom-Link dabei sein. Die Finissage findet am 7. Februar statt.

Dem geschäftsführenden Vorstand, Prof. Dr. Alexander Markschies, Dr. Christine Rüdiger, Hans-Peter Quadflieg, Inge Höhler, Brigitte Laws und Myriam Kroll, sei herzlich gedankt für Ihr Engagement für den Verein, ebenso dem Beirat, ganz besonders Dr. Jürgen Linden für seine Rechtsberatung und Wahlleitung, und Prof. Dr. Max Kerner für seine Bereitschaft im Ludwig Forum Fachvorträge zu halten. Ein Dank gebührt auch Marlies Niermann für ihre sorgfältige, professionelle Buchhaltung und Mitgliederverwaltung. Die Mitglieder, deren E-Mail-Adressen noch nicht vorliegen, werden gebeten diese auf die o.a. E-Mail-Adresse mitzuteilen, um ihre Erreichbarkeit zu gewährleisten.

 

Wir hoffen alle, dass wir gemeinsam die herausfordernde Situation gut meistern, gesund bleiben und uns bald wieder aktiv und vor allem live im neuen Jahr treffen werden.

 

Für den Vorstand

Iva Haendly, Vorsitzende

KUNST ABC – KUNST NEU DENKEN NACH 1967
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KUNST ABC – Kunst neu denken nach 1967

Wolfgang Becker

 

106 Seiten 22 x 14 cm  |  Wienand Verlag April 2021   €20.00

 

Dieses Buch vereint 61 bebilderten Artikel von A bis Z – von „Abstrakter Expressionismus“ bis zu „Zimmerschmuck“ und „Zufall“. – ein kleines Wörterbuch zur Kunst des 20. Jahrhunderts. Es waren ursprünglich 173 Artikel, die der Autor von 1973 -1977 jeden Samstag in der Aachener Volkszeitung veröffentlicht hat. Er hatte 1970 die Neue Galerie-Sammlung Ludwig in Aachen eröffnet und war mit dem Kulturredakteur der Zeitung Wolfgang Richter der Meinung, dass den Lesern die nötigen Kenntnisse über moderne Kunst fehlten, die nötig sind, um den Aufbruch der Künste nach 1968 zu verstehen. 

 

Die Notwendigkeit besteht weiterhin. So ist dieses Buch das Dokument eines historischen Abenteuers und ein Nachschlagewerk zur modernen Kunst zugleich. Der Leser wird über Stichworte wie „Pop New York“ und „Cobra“ weniger staunen als über „do it yourself“ und „Zufall“, und wird sich wundern, 3 Artikel über „Malen“ und „Sigmund Freud“ zu finden. Das Buch soll zeigen: der Horizont der Kunst ist seit 1968 weit geöffnet.

 

 

 

Die FREUNDE DES LUDWIG FORUMS und der Vorstand der LUDWIG STIFTUNG haben sich gern auf das Projekt dieses Buches eingelassen, weil viele sich an Wolfgang Becker erinnern: seine begeisterten Apologien der zeitgenössischen Kunst in der Neuen Galerie und im Ludwig Forum, seine Führungen, seine Gruppenreisen zu spektakulären Ausstellungen in Deutschland, Frankreich, Italien, USA – und diese 173 Artikel in der Aachener Volkszeitung. Er personifiziert eine Epoche, in der Aachen ein Hotspot der modernen Kunst war. Sie begann in den sechziger Jahren mit dem Festival der Neuen Kunst im Audimax der RWTH, bei dem Joseph Beuys am 20. Juli 1964 eine blutige Nase davontrug. Die Galerie Aachen und der Kunstverein Gegenverkehr führten die Auseinandersetzungen um die zeitgenössische Kunst in die Öffentlichkeit. Der Vorsitzende des Vereins des Suermondt-Museums Peter Ludwig und seine Frau Irene signalisierten 1968 mit der Ausstellung „Zeitbild – Provokation – Kunst“ den Aufbruch des Museums in die Moderne.

 

1970 folgte die Stadt Aachen ihrer Anregung und eröffnete mit Wolfgang Becker die Neue Galerie – Sammlung Ludwig im Alten Kurhaus. Er schuf darin ein Mekka der modernen Kunst, einen Ort der Polemik und Herausforderung. Und als ihm ein kräftiger Wind der Konservativen entgegen blies, traten ihm Professoren der RWTH zur Seite. Sie gründeten am 9. Februar 1971 den Verein der Freunde der Neuen Galerie mit der Aufgabe, das neue Institut zu fördern, über die Erscheinungen der zeitgenössischen Kunst zu informieren und den Zugang zu ihr zu erschließen. Sie schützten den Leiter des Hauses gegen Anfeindungen, unterstützten seine Forderungen, erwarben Werke aus seinen Ausstellungen für ihre eigenen Sammlungen.

 

Am 27. Juni 1991 zog Wolfgang Becker mit der Neuen Galerie in die Schirmfabrik Brauer von 1928, nun umgebaut nach dem Entwurf des Architekten Fritz Eller. Das LUDWIG FORUM FÜR INTERNATIONALE KUNST, unterstützt von der Irene und Peter Ludwig Stiftung, setzt dort seine Arbeit fort. Die FREUNDE DES LUDWIG FORUMS bereiteten sich darauf vor, ein sehr viel größeres Institut mit einem breiten Aktionsfeld zu begleiten. Neben Vorträgen, Führungen, Künstlergesprächen, Atelierbesuchen, Kunst- und Architekturreisen waren die Verleihungen des KUNSTPREISES AACHEN besondere Ereignisse. 

 

Seit 1980 wurde er festlich alle zwei Jahre an Künstler von internationalem Ruf vergeben – von Luciano Fabro bis zu Walid Raad. Das KUNST ABC Wolfgang Beckers erscheint zum 50-jährigen Jubiläum des VEREINS DER FREUNDE; und alle, die seine Arbeit verfolgt haben, freuen sich darüber. Jüngere blicken neidvoll zurück auf eine bewegte Epoche der Kunst- und Geistesgeschichte. Wir sind glücklich, Wolfgang Becker hier noch einmal danken zu können. Und wir danken der Ludwig Stiftung und den zahlreichen, großzügigen Spenderinnen und Spendern unter den Freunden, die in den Zeiten der Krise dieses Projekt möglich gemacht haben.

 

 

TROTZ DER KRISE

Trotz der krise

Corona - „konzentriert, fokussiert und unaufgeregt arbeitet täglich der Krisenstab“. 

Es gilt, alle notwendigen Maßnahmen zu koordinieren. Überall ist das kulturelle Leben weitgehend reduziert. Die Museen, Kunsthallen, Kunstvereine, Theater und Konzerthallen sind geschlossen, unser Ludwig Forum bildet keine Ausnahme. Wie lange dieser Ausnahmezustand dauern wird, kann noch keiner sagen. Wir hoffen, dass es Ihnen in diesen schwierigen Zeiten trotz der aktuellen Krise dennoch gut geht. 


Leider müssen wir Corona-bedingt unsere Aktivitäten auf späteren Zeitpunkt verschieben oder absagen. Unsere Begegnungen bei Veranstaltungen und Ausstellungseröffnungen fehlen uns. Betroffen sind vor allem unsere Kunst- und Architekturexkursionen. Die Reise nach Wolfsburg und Berlin haben wir leider stornieren müssen. Die Ruhrtriennale, an der wir in dieser Saison zweimal teilnehmen möchten, bemüht sich ihre Intendantin Stefanie Carp plangemäß (14.08.-20.09.) stattfinden zu lassen. Mit Sicherheit kann sie es aber nicht versprechen. 


Gebucht haben wir Christoph Marthalers Musiktheater-Kreation „Die Verschollenen (für großes Orchester)“ von Skryabin / Bartók / Kafka und „Waiting for the Sibyl“ with „The Moment Has Gone“ von William Kentridge, dessen Gesamtkunstwerk „The Head & the Road“ das Publikum der Ruhrtriennale 2018 überwältigte. Die Schottland Reise ist noch nicht storniert. Ob sie zu dem vorgesehenen Termin stattfindet, können wir zur Zeit noch nicht sagen. Ob Christo den Triumphbogen wie geplant verhüllen wird und wir unsere Parisreise antreten, können wir ebenfalls noch nicht bestätigen. 


Trotz der Einschränkungen unserer Aktivitäten haben wir die Eintragung ins Vereinsregister durch das Notariat Dr. Föhrl & Dr. Winnen veranlasst, den Entwurf der neuen Website von der Fa. „Wesentlich“ überarbeiten lassen und werden ihn gerne so bald wie möglich dem Vorstand vorstellen. 


Dr. Jürgen Linden hat die Satzung des Vereins dankenswerterweise neu formuliert und seinen Entwurf Andreas Schmeer zur Begutachtung vorgelegt. 500 Werbekarten WE WANT YOU haben wir nachdrucken lassen. Sogar vier neue Mitgliedschaften haben wir gewonnen. Der Vorstand bedankt sich für Ihre weitere Unterstützung. Mit unserem Kunstpreisträger Walid Raad stehen wir im Kontakt. Wir hoffen auf Ihr Verständnis, wenn wir Ihnen zur Zeit keine konkreteren Informationen liefern können. Nun hoffen wir, dass das Ludwig Forum bald unter neuer Leitung in eine erfolgreiche Zukunft geführt wird. Ihnen und Ihren Familien wünschen wir alles erdenklich Gute.


Passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund!


Louisa Clement

Louisa Clement

Führung und Künstlergespräch am 23.01.2021

Führung und Künstlergespräch mit Louisa Clement und Andreas Beitin, dem ehemaligen Museumsleiter des Ludwig Forums fand am 23.01.2020 im Lufo statt.

 

Louisa Clement zeigt Fotografien, Skulpturen, Installationen, Videos und Virtual Reality.

 

Wie verändern sich zwischenmenschliche Beziehungen im Zeitalter der Digitalisierung? In welcher Wirklichkeit leben wir?

Von der clean und futuristisch anmutenden Ästhetik ihrer Fotografien und Skulpturen wird der Betrachter magisch angezogen, doch gleichzeitig können sie auch eine gewisse Beklemmung auslösen.

 

Die Ästhetik ihrer Kunstobjekte findet in der Bildebene statt, die sich zwischen realer und digitaler Welt bewegt. Die Ergebnisse strahlen häufig Science-Fiction Anmutungen aus, sie berühren den Betrachter, sie wühlen ihn auf, sie machen nachdenklich!

Wann übernehmen die Computer, die Roboter die Herrschaft? Und wo bleibt in der Zukunft das Menschliche?

Die Freunde danken Louisa Clement und Andreas Beitin für das anregende und spannende Gespräch.

Louisa Clement und Andreas Beitin führen gemeinsam durch die Ausstellung

Atelierbesuch Oliver Czarnetta
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Atelierbesuch oliver czarnetta

am 07.10.2020

Czarnetta gießt in der Serie Spektrum seit 2006 lebensgroße Kopfformen in transparentem Harz. Es entstehen überaus glatte Skulpturen, deren Formen die Hand widerstandslos folgt.

Wie könnte es sein, wenn wir befähigt wären, dem Menschen hinter seine Stirn zu schauen? Wenn es uns gelänge, zu seinem Innersten vorzustoßen und seine Gedanken zu entziffern und nicht bloß zu erraten? Wäre es nicht so, als würde uns damit die Welt endlich offen stehen und die Missverständnisse, die unseren Alltag und unser »Miteinander« so häufig in Frage stellen, könnten ein für alle mal aus dem Weg geräumt werden? Träfen wir dann nicht endlich auf eine Welt voller Frieden und Menschlichkeit?

Oliver Czarnetta umkreist diese Gedanken in seinem künstlerischen Werk, das sich mit großer Konsequenz dem ursprünglichsten Thema menschlicher Gestaltung zuwendet: Dem Portrait, dem Bildnis im weitesten Sinne, schreibt Beate Reifenscheidt über die Arbeit des Künstlers, den wir am 07.10.2020 in seinem Atelier in Aachen besuchen durften.

Wir bedanken uns herzlich für den spannenden Austausch!

Austellungsführung Bon Voyage
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Bon Voyage

Führung durch die Ausstellung im Ludwig Forum

Reisen. Kaum ein anderes Thema spiegelt unsere gegenwärtige Situation zwischen Lockdown und Sehnsucht besser wider. Innerhalb geschlossener Grenzen und verschlossener Gesellschaften, wenn Selbstverständliches verboten wird, wächst der Wunsch auf- und auszubrechen. Ein Umdenken ist erforderlich. Neue Wege zu finden, zu erproben und zu gehen – nicht nur auf Reisen – ist die Herausforderung unserer Zeit.


Die Führung durch die Ausstellung war eine willkommene Abwechslung für die Mitglieder des Vereins der Freunde und wurde mit Abstand und Maske sehr gut besucht.

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STELLUNGNAHME

STELLUNGNAHME

zur Verleihung des Kunstpreises 2018 an Walid Raad

Der Verein der Freunde des Ludwig Forums ist kein politischer Verein, sondern ein Kunstverein. Der jeweilige Museumsdirektor hat eine Fachjury gebeten, den Aachener Kunstpreisträger zu wählen. Der Künstler Walid Raad wurde von dieser Fachjury einstimmig im letzten Jahr nominiert und dieses Jahr sollte er den Kunstpreis in Empfang nehmen.

 

Auch wir als Verein bekennen uns zum Existenzrecht Israels und sind gegen jede Form von Antisemitismus. Wir unterscheiden diese Haltungen von dem Recht die derzeitige Politik Israels zu kritisieren. Der Preisträger hat von diesem Recht Gebrauch gemacht. Die Fakten, die Antisemitismus bestätigen würden, sind bisher nicht eingehend recherchiert worden. Die Jury hat in einem Brief an den Oberbürgermeister der Stadt Aachen auf die internationale Anerkennung des Preisträgers aufmerksam gemacht und seine Freiheit zu künstlerischer Interpretation (s. Anlage). Eine Antwort auf diesen Brief gibt es nicht. Das Werk des Künstlers wurde mit mehreren Einzelausstellungen unter anderem im MoMA New York, im Haus der Kunst München sowie auf der Biennale Venedig und mehrfach auf der Documenta geehrt und ist derzeit in einer großen Retrospektive im Amsterdamer Stedelijk Museum zu sehen, die anschließend in Stockholm im Moderna Museet zu sehen sein wird.

 

Zitat der Jury: „Gerade aufgrund seiner dezidiert politisch-kritischen Haltung gegenüber Machtstrukturen im Allgemeinen, gegenüber der Übergriffigkeit des Kunstmarkts sowie der verbreiteten Bestrebung von zahlreichen politisch fragwürdig agierenden Staaten, mit Kunst und Kultur ein Whitewashing ihrer Agenda zu betreiben, haben wir uns im Juni 2018 einstimmig für die Auszeichnung von Walid Raad mit dem Kunstpreis Aachen ausgesprochen“.

 

Die Stadt Aachen hat sich aufgrund politischer Festlegungen wegen der vermeintlichen Nähe des Künstlers zu BDS (Boycott, Divestment and Sanctions) von der Verleihung des Preises zurückgezogen. Der Freundeskreis respektiert diese Entscheidung, wenngleich er ihr nicht folgt. Nach ausgiebiger Recherche und eingehender Diskussion hält der Vorstand die Nähe des Künstlers zu BDS für nicht eindeutig erwiesen. Selbstverständlich distanziert sich der Verein von jeglichen Antisemitismus- Aktivitäten und erwarte vom Preisträger diese nicht zu verfolgen.

 

Wir bedauern, dass die Stadt aus der Preisvergabe ausgestiegen ist, aber wir akzeptieren es.

 

Der Verein sucht das Gespräch mit Walid Raad um Korrektheit von politischen Behauptungen zu klären.